Ein Produkt und viele unischtbare Schritte

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Wie oft fragst Du dich, was hinter einem bestimmten Produkt oder einer Leistung steckt? Wenn wir in Deutschland einkaufen, dann sind wir entweder auf der Suche nach etwas Bestimmten oder wir lassen uns einfach überraschen. Falls es das Gewünschte nicht im Laden gibt, dann eben im Nächsten.

Besonders diese Woche ist mir aufgefallen, dass hinter jedem Produkt eine große Menge an Ressourcen wie Material, Arbeitszeit und Arbeitskraft stecken. Natürlich ist diese Erkenntnis auf jedes Land zu übertragen und trifft nicht nur speziell auf Tansania zu (obwohl in Tansania wohl mehr Arbeitszeit in ein Produkt investiert wird). Ich bin der Meinung, dass wenn wir bewusst Anfangen darüber nachzudenken, was hinter einem Produkt steckt,  wir eine größere Dankbarkeit entwickeln können und wir uns letztendlich glücklicher fühlen.

Auf nach Arusha…

Am Sonntagmorgen haben Masomito und ich uns von Dar es Salaam auf den Weg nach Arusha gemacht. Moshi und Arusha sind einige der bekanntesten Städte Tansanias. Alle Safaris in Richtung Tarangire, Ngorongoro and Serengeti National Park, sowie Wanderungen auf den Kilimajaro starten hier.

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Als wir in Arusha ankommen scheint zwar die Sonne, aber es ist trotzdem recht frisch. Glücklich eine Jacke dabei zu haben, fahren wir mit dem Taxi an zahlreichen Kaffee Plantagen, wo selbst Starbucks Teile Ihrer Kaffeebohnen kaufen, vorbei und erreichen nach einer Weile unser Ziel: “Safe Water Now”.

Was genau ist Safe Water Now?

Safe Water Now ist eine Non-profit Organisation, welche Erfahrung, Unterstützung und Mittel zur Verfügung stellt, um die Menschen in Tansania mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Der Gründer von Safe Water Ceramics of East Africa ist Mr. Kimerei. Mit mittlerweile 8 Mitarbeitern ist er stolz, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und teilt somit unsere Vision.

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Nur durch Zufall hatten wir von Mr. Kimereis Idee erfahren. Ein Freund von Masomito erzählte von einem Filter den sie zuhause nutzen. Masomito recherchierte sofort, stieß auf Mr. Kimerei und kontaktierte ihn. Dieser war sehr begeistert als er von unserem Projekt hörte. Somit entschieden wir uns, zu seinem Wasserfilter Laden nach Arusha zu fahren und ihn kennenzulernen.

Als wir in Arusha ankamen, zeigte uns Mr. Kimerei, wie er seine Filter baut.

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Die Filtermaterialien müssen zunächst verkleinert, gesiebt und anschließend im richtigen Verhältnis gemischtt werden. Besonders bei diesem Schritt merkten wir, dass unsere Filterbauweise noch zu verbessern ist, denn Mr. Kimerei nutzt ein selbstgebautes elektrisches Sieb, ein Hammerwerk und eine Maschine zum Mischen, um den Herstellungsprozess der Filter zu optimieren.

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Wir entschieden uns unseren Aufenthalt in Arusha zu verlängern und von Mr. Kimrei zu lernen, die Maschinen zu bauen. Diesen Prozess zu standardisieren wird es außerdem leichter machen, die Idee in weitere Regionen zu verbreiten.

Am nächsten Tag nahmen wir ein Dalla Dalla (Kleinbus), um in Arusha unsere Materialien einzukaufen. Dieser Transportweg ist schnell und günstig, jedoch behindert er zum Teil stark den Verkehr. Da es in Tansania keine Art “Baumarkt” gibt, kommen wir auf der Suche nach Schrauben, Kugellagern, etc. an vielen kleinen Shops vorbei und versuchen alles zusammen zu suchen.

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Die Kugellager sind ein gutes Beispiel für eine lange Beschaffungskette. Einer der Läden verkaufte Kugellager, diese waren aber ausverkauft. Der Verkäufer versicherte uns, dass diese jedoch am nächsten Tag ankommen würden, da sein Zulieferer die Kugellager aus China bestellt. Am nächsten Tag erhielten wir dann tatsächlich die Kugellager und konnten diese in die Maschine einbauen, um den Schaft mit dem Rahmen der Maschine zu verbinden. Die Kugellager sind so gesehen fundamental für unsere Maschine und damit für das gesamte Projekt.

In die Bevölkerung investieren

Wenn man viele Einkaufsmöglichkeiten in Arusha sieht, wird schnell deutlich, dass die meisten Läden entweder Indern oder Arabern gehören. Aber wie kommt es, dass nur wenige Tansanier einen großen Laden leiten? Laut Masomito liegt das an fehlenden Mitteln in der lokalen Gesellschaft. Er erzählt mir von Julius Nyerere, Tansanias erstem Präsident. Fast jeder mag ihn, da er nachhaltig in die Bevölkerung Tansanias investierte und Programme wie SIDO (Small Industries Development Organization) entwickelte.

Nachhaltig in Menschen investieren – genau das macht auch Mr. Kimerei. Besonders wichtig ist ihm dabei die junge Bevölkerung Tansanias. “Es macht viel mehr Sinn mein Wissen der jungen Generation weiter zu vermitteln. Sie werde es aufnehmen, benutzen und verbessern. “

Somit arbeiteten wir in Mr. Kimereis Werkstatt auch mit Babu, einem 17 jährigen Schweißer zusammen. Er half uns mit den vorhandenen Materialien die ersten Teile unseres Mixers und des Hammerwerks zu bauen.

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Wenn alles so klappt wie geplant, werden wir unsere Maschine bis zum 24. August fertig stellen, sie nach Kigoma transportieren lassen und unsere 18 stündige Busfahrt von Arusha nach Kigoma antreten. Bis dahin genießen wir die Zeit mit Mr Kimerei, seinem Team und der wunderschönen Landschaft Arushas.

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